Pflegefall, die Kosten ... und was nun?

Der Pflegefall, häufig eine Ausnahmesituation die unverhofft kommt und die betreffenden Patienten und ihre Angehörigen vor eine große Herausforderung stellen. Einige wichtige Fragen stehen plötzlich für viele Betroffene im Vordergrund:

Hier können wir Sie erst einmal beruhigen. Das soziale System in unserem Land stellt genügend Möglichkeiten zur Finanzierung von Kassen- und Pflegeleistungen bereit. Dennoch sollte man nicht vergessen, all diese Annehmlichkeiten stellen natürlich keinen Vollkaskoschutz dar, so dass es neben den sogenannten Investitionskosten hier und da doch zu privat zu zahlenden Anteilen kommen kann - ausgenommen hiervon sind an dieser Stelle selbstverständlich alle Privatversicherten und von vornherein privat gebuchte Pflegeleistungen.

Bei den Kassenleistungen ist das recht einfach gestaltet. Durch eine ärztliche Verordnung führen wir die Behandlungspflege bei Ihnen qualifiziert und fachgerecht durch. Die Abrechnung erfolgt direkt mit den gesetzlichen Krankenkassen, wobei für Sie ein Anteil in Höhe von derzeit 10,- Euro je eingereichter Verordnung zu zahlen wäre. Liegt Ihnen eine Befreiung von der Zuzahlung vor, entfällt für Sie dieser Anteil!

Bei den Pflegeleistungen kommen gleich mehrere Faktoren zum Tragen. Hier ist natürlich entscheidend, ob Ihrerseits bereits ein Antrag auf Pflegestufe gestellt worden ist oder gar eine Begutachtung durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) stattfand. Entsprechend dieser Einstufung stehen Ihnen unterschiedliche Beträge als Geld- oder Sachleistung für Ihre Pflege zur Verfügung. Letzten Endes ist ebenso relevant bzw. entscheidend, welchen Umfang an Pflege Ihrerseits tatsächlich benötigt oder gar gewünscht wird. Im Ergebnis sieht man dann, ob eine private Zuzahlung erforderlich ist oder nicht. Generell werden für alle zu pflegenden Patienten die Investitionskosten in Rechnung gestellt. Sie stellen quasi eine Art "Rezeptgebühr" dar und sind der für die geleistete Pflege zu zahlende Eigenanteil. Aufgrund Ihrer Situation ist ein Eigenanteil nicht möglich? Für diesen Fall hat der Gesetzgeber vorgesorgt und Ihnen die Möglichkeit eingeräumt, diese Kosten über den Bereich der Sozialhilfe erstattet zu bekommen.

Aufgrund der zum Teil komplexen Abrechnungssituation besteht daher auch eine enge Zusammenarbeit zwischen unserem Pflegedienst und allen Kranken- und Pflegekassen sowie den Sozialämtern. Um im Einzelfall wirklich verbindliche Aussagen zu Kosten und Übernahme zu machen, beraten wir Sie gern in einem persönlichen Gespräch - qualifiziert und vertraulich.

Sie können auch den hier zur Verfügung gestellten Pflegekostenrecher nutzen, um ein eventuell vorliegendes Angebot zu überprüfen oder generell erst einmal einen Überblick über die zu erwartenden Kosten einer (umfangreichen) Pflege zu erhalten. - Aktuell findet die Umsetzung des Pflegekostenrechners auf eine Onlineversion statt. Zwischenzeitlich bitten wir Sie, sich Ihre kostenlose Excel-Version per Kontaktformular anzufordern. - Transparenz ist uns wichtig! Für sämtliche Fragen, die Sie rund um die Kostenübernahme haben, stehen wir Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung. Ein Anruf genügt.


'Ambulant in guter Hand' - Gute Beratung erspart Ihnen Kosten ...
Übersicht Pflegegeld- (§ 37 SGB XI) und Sachleistungsanspruch (§ 36 SGB XI)
Pflegestufe Pflegegrad Pflegegeldanspruch Sachleistungsanspruch
(Einstufung ab 2016) (Einstufung ab 2017) 2016 2017 2016 2017
--- Pflegegrad 1 0 € 0 € 0 € 0 €
Pflegestufe 0*EdA Pflegegrad 2 123 € 316 € 231 € 689 €
Pflegestufe I Pflegegrad 2 244 € 316 € 468 € 689 €
Pflegestufe I*EdA Pflegegrad 3 316 € 545 € 689 € 1298 €
Pflegestufe II Pflegegrad 3 458 € 545 € 1144 € 1298 €
Pflegestufe II*EdA Pflegegrad 4 545 € 728 € 1298 € 1612 €
Pflegestufe III Pflegegrad 4 728 € 728 € 1612 € 1612 €
Pflegestufe III*EdA Pflegegrad 5 728 € 901 € 1612 € 1995 €
Härtefall Pflegegrad 5 728 € 901 € 1995 € 1995 €

(*EdA = Einschränkung der Alltagskompetenz gemäß § 45a SGB XI (Demenz))

Desweiteren stehen allen Patienten mit einer Pflegestufe für 2016 zusätzliche Betreuungsleistungen in Höhe von 104 Euro zur Verfügung. Patienten mit Einschränkung der Alltagskompetenz steht hier zwischen 104 Euro (bei erheblicher Einschränkung) und 208 Euro (bei erhöhter Einschränkung) zur Verfügung. Ob es sich um eine erhebliche oder erhöhte Einschränkung der Alltagskompetenz handelt, können Sie dem Gutachten des MDK´s, das Ihre Einstufung in die betreffende Pflegestufe belegt, entnehmen.